Geschichte der Lieferinger Fischermusik­kapelle

1911 - das älteste Bild der "Lieferinger Musikanten"

Reaktivierung und Gründungsversammlung

Erst 1947 begannen die Brüder Georg und Josef Althammer damit, den Verein zu reaktivieren. Beim Lieferinger Faschingsumzug, am 1. Februar konnte der Lieferinger Klangkörper zum ersten Mal nach dem Krieg wieder gemeinsam musizieren.

Am 18. Mai 1952 wurde die Bildung der „Lieferinger Fischermusikkapelle“ beschlossen, die aus der Ortsmusikkapelle entstand. Johann Kainz und Franz Hafner (Obmann und Kapellmeister) führten, gemeinsam mit dem Kassier Johann Pann, die Geschicke des neugegründeten Vereines.

Geprobt wurde in dieser Zeit in unterschiedlichsten Örtlichkeiten in Liefering. Ein fixes Vereinsheim konnte in dieser Zeit noch nicht gefunden werden.

1950 - die Lieferinger Fischermusik in der neuen Tracht
1974 - die Lieferinger Fischermusikkapelle vor dem Gasthaus Haslauer beim 50-jährigen Bestandesjubiläum

Kapellmeister Michael Pareiss

Seit 2012 obliegt die musikalische Leitung des Vereins Kapellmeister Michael Pareiss. Er probt mit den Musikerinnen und Musikern für Konzerte, Auftritte in Festzelten oder Messen, wie zum Beispiel die alljährliche Messe am Fleischerjahrtag in der Franziskanerkirche, welche vor dem Metzgersprung abgehalten wird. Michael Jans, seit 2016 Kapellmeister-Stellvertreter, unterstützt den Kapellmeister bei der Probenarbeit. Als Stabführer hält er auch einige Marschproben im Jahr ab, um die Kapelle für Ausrückungen vorzubereiten, bei denen marschiert wird. Doch neben der musikalischen Arbeit gibt es sehr viele organisatorische Angelegenheiten, um welche sich Obmann Walter Zeitlhofer seit 2002 gewissenhaft kümmert. Er erzählt in einem Interview etwas über den aktuellen Stand seines Vereins.

Der Beginn

Seit 1924 hat Liefering seine eigene Musikkapelle. Vor ihrer Gründung waren die Lieferinger Musiker Teil der Musikkapelle Siezenheim, welche seit 1890 bestand. Gegründet wurde die „Ortsmusik Liefering“ von Johann Oberholzer, dem damaligen Königbauern. Die Kapelle bestand aus 15 Mitgliedern und hielt ihre Proben in der Stube des Königbauern ab. Nach dessen Tod übernahm Leonhard Oberholzer, der Bruder von Johann, die Leitung des Vereines. Durch den Anschluss Österreichs 1938 kam es auch in Liefering zu Veränderungen. Ab dem Jahr 1939 wurden auch vermehrt Musiker der „Lieferinger Ortsmusik“ in den Wehrdienst einbezogen, woraufhin die Arbeit des Vereines stillgelegt wurde.

1950 – „die Lieferinger Fischermusikkapelle“ ist ein eingetragener Verein

Die Tracht

1950 bekam der Verein eine neue, einheitliche Tracht, welche sich an der Tracht der Lieferinger Fischer orientiert. Besonders zu erwähnen sind die roten Kragenaufschläge auf den braunen Jacken. Diese erhielten die Lieferinger Fischer als erzbischöfliches Privileg von Erzbischof Heinrich von Pirnbrunn, als sie um 1340 vor den angreifenden Bayern warnten. Unter den braunen Jacken tragen die Musiker seither ein rotes Gilet über einem weißen Hemd. Charakteristisch sind die blauen Stutzen, die blaue Masche um den Hemdkragen und der Hut. Dieser ist geschmückt mit der Feder eines Fischreihers. Nachdem der Verein anfänglich mit schwarzen Hosen ausrückte, folgten 1998 braune "Knickerbocker", welche im Jahr 2014 durch Lederhosen ersetzt wurden, die an der Seite das Lieferinger Wappen, mit zwei gekreuzten Fischen, ziert.

Es wurde gefeiert und das erste Herbstkonzert

Das erste Bestandsjubiläum (50 Jahre) wurde 1974 in Liefering gefeiert. In dieser Zeit wurde die erste Generalüberholung des Instrumentinventars durchgeführt.

Am 11. November 1979 veranstalte die Lieferinger Fischermusikkapelle ihr erstes Herbstkonzert im „Hotel Rosenberger“, welches seit jeher als eines der Highlights im Jahreskalender gilt.

1999 feierte die Lieferinger Fischermusikkapelle ihr 75-jähriges Bestandsjubiläum. Beim 3 Tage andauernden Fest lud sie dabei Musikkapellen aus Nah und Fern ein.

1999 – 75 Jahre Fischermusik

Obmänner

Johann Kainz
1952 - 1956, 1962 - 1971
Leonhard Kistner sen.
1956 – 1958
Alois Würfl, Schöberlbauer
1958 – 1962
Georg „Schurli“ Ebner
1971 – 1978
Bernhard Baumgartner
1978 - 1994
Herbert Salzlechner
1994 - 2002
Walter Zeitlhofer
seit 2002

Kapellmeister

Johann Oberholzer
1924 – 1936
Leonhard Oberholzer
1936 – 1938
Josef Hagenauer
1947 – 1952
Franz Hafner
1952 – 1980
Horst Hafner
1980 – 1996 und 1999 - 2002
Erhard Petzel
1996 – 1999
Herbert Salzlechner
1999 - 2012
Michael Pareiss
seit 2012

"Zur Musik gehört ein gewisser Ehrgeiz und viel Probenarbeit. Natürlich ist es nicht so leicht, aber wenn man fest dahinter ist, schafft man es, auch junge Leute für eine Musikkapelle zu begeistern."

Walter Zeitlhofer



Interview mit dem Obmann

„Herr Zeitlhofer, können Sie ein bisschen etwas über Ihren Verein erzählen?“

Walter Zeitlhofer: „Wir sind derzeit 53 Mitglieder, davon ungefähr 20 Musikerinnen. Ungefähr zwei Drittel des Vereines sind unter 30 Jahre alt. Auch ein paar ältere Semester haben wir dabei, die schon auf die 70 zugehen, wofür ich auch sehr dankbar bin. Das Wichtigste für uns ist, dass Alt und Jung miteinander gut auskommen.

„In dem Verein sind sehr viele junge Leute dabei. Wie schafft man es in der Stadt die Jugend dazu zu bewegen, einem Brauchtumsverein beizutreten?“

Walter Zeitlhofer: „Da muss man natürlich ganz dahinter sein. Das ist natürlich in der Stadt nicht leicht, da es viele Vereine gibt, in denen die Jugend auch mitmachen kann. Es ist einfach nicht mehr selbstverständlich einen Jugendlichen zu einem Musikverein zu bringen. Zur Musik gehört ein gewisser Ehrgeiz dazu, viel Probenarbeit. Natürlich ist es nicht so leicht, aber wenn man fest dahinter ist schafft man es, auch junge Leute für eine Musikkapelle zu begeistern.

 

Der Lieferinger Klangkörper zu Fronleichnam 2016

 

„Wie läuft die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen in Liefering?“

Walter Zeitlhofer: „Wie jeder weiß, Liefering ist das Dorf in der Stadt und die Zusammenarbeit unter den Vereinen ist sehr gut. Man redet miteinander und kann sich alles ausmachen, ob das nun mit den Schützen ist oder mit den Kameraden, oder auch mit Sportvereinen. Wir halten zusammen und man sieht es besonders beim Dorffest alle Jahre, es ist sehr wichtig, dass wir alle zusammenarbeiten.“

Das Interview macht deutlich, dass es möglich ist auch junge Leute für Brauchtumsvereine zu engagieren, wenn man die Jugendarbeit auch gezielt anstrebt. Der Zusammenhalt zwischen den verschiedenen Vereinen, welche jedes Jahr gemeinsam das Dorffest, und alle zwei Jahre ein Maibaum-Aufstellen auf dem Umweltschutztunnel organisieren, ist gegeben, wodurch die Zusammenarbeit sehr gut verläuft.

Lieferinger Fischermusikkapelle
Rottweg 63 a
5020 Salzburg

walter.zeitlhofer@sbg.ac.at
Tel: +43 664 82 89 285